Etwas Humor ist angebracht

Ich möchte Euch ein paar Bilder nicht vorenthalten, die ich als kleine humoristisch-antike Konnotation gemacht habe.

Ausstellung, Bildhauer, Hephaistos, Efeu, Kopf, Kunst, Portrait, Skulptur    Ausstellung, Bildhauer, Hephaistos, Efeu, Kopf, Kunst, Portrait, Skulptur 

Der Kranz ist keineswegs aus Lorbeer (Laurus nobilis) , wie man vielleicht auf den ersten Blick vermuten könnte. Nein, er ist aus einer Ranke des Efeu gewunden (Hedera helix). Für die Kunsthistoriker unter uns: es handelt sich also nicht um die Darstellung eines poeta laureatus.

Ausstellung, Bildhauer, Hephaistos, Efeu, Kopf, Kunst, Portrait, Skulptur    Ausstellung, Bildhauer, Hephaistos, Efeu, Kopf, Kunst, Portrait, Skulptur    Ausstellung, Bildhauer, Hephaistos, Efeu, Kopf, Kunst, Portrait, Skulptur

In der Antike wurden solcherart die Götter Osiris, Dionysos und der Esel reitende Hephaistos dargestellt. Vor allem letzterer ist für mich sympathisch, da dieser Feuer- und Erdgott auch als der Gott der Bildhauer gilt. Er ist im Übrigen auch der Erschaffer der Pandora, die in der griechischen Mythologie das Analogon zur Eva darstellt.

Wie man sieht, kann man auch mit Plastiken nette Sachen zur eigenen Belustigung anstellen 😉

Advertisements

Endlich fertig – der erste Kopf

Ausstellung, Kopf, Köpfe, Portrait, Kunst, Künstler, Enneagramm    Ausstellung, Kopf, Köpfe, Portrait, Kunst, Künstler, Enneagramm    Ausstellung, Kopf, Köpfe, Portrait, Kunst, Künstler, Enneagramm

Heute bin ich also endlich so weit. Der erste Kopf ist ganz fertig, versäubert und aufgesockelt. Fein geschliffen (erst mit Körnung 80, dann mit K 120 und schließlich mit K 320) bekommt der Gips eine sehr feine Oberfläche, fast wie Marmor. Kleinste Abweichungen werden sichtbar und man muss sehr sehr genau arbeiten.

Aber das wollte ich ja. Ganz bewusst habe ich darauf verzichtet mit „künstlerischem Duktus“ oder durch die Zufälligkeiten des Materialantrags eine etwas expressionistischere Oberfläche zu erzeugen, wie das heutzutage gerne in vielen Fällen gemacht wird.

Es macht natürlich Mühe, diese Genauigkeit zu erreichen. Zwischen dem letzten hier veröffentlichten Bild und diesem, liegt fast noch einmal die doppelte Zahl an Arbeitsstunden.

 Ausstellung, Kopf, Köpfe, Portrait, Kunst, Künstler, Enneagramm    Ausstellung, Kopf, Köpfe, Portrait, Kunst, Künstler, Enneagramm    Ausstellung, Kopf, Köpfe, Portrait, Kunst, Künstler, Enneagramm

Morgen und übermorgen ist der Kopf im Original auf der Internationalen Edelmetall & Rohstoffmesse in München, Olympiagelände, auf dem Messestand von BullionArt zu sehen. Ich selbst werde übermorgen (Samstag) für kurze Zeit gegen Mittag auch persönlich anwesend sein.

So – langsam geht es los …

Die Arbeiten am ersten Kopf der 100 nähern sich dem Abschluss.  Es ist – wie konnte es anders sein – mein eigener. Nichts ist einem schliesslich näher. Aber auch, um mich selbst an die Nase zu fassen 😉

Also nun schon mal vorab, als Appetithäppchen, ein paar Bilder aus meinem „Miniatelier“ zuhause. Die Arbeit wird in Alabaster Modellgips ausgeführt. Dieser Gips lässt sich sehr fein verarbeiten (nicht zu vergleichen mit dem „Zeug“ aus dem Baumarkt) und ist ziemlich hart, auch wenn es noch viel härtere Spezialgipse gibt. Für meinen Zweck, dem freien Antragen und anschließenden Abkratzen, Schaben oder
Schleifen ist er jedoch optimal.

werkzeug.JPG   atelier1.JPG   kopf1.JPG

Ich arbeite mit zwei Spiegeln, um die spiegelverkehrte Wahrnehmung beim Selbstportrait aufzuheben. Das macht die Sache manchmal etwas kompliziert. Allerdings kann man sich z.B. ‚hinters Ohr‘ auch nie ohne zwei Spiegel sehen (hehe).

Im linken Bild meine Werkzeuge, kleine flexible Malerspachteln, Gipsmesser, Hohleisen, Retuschiereisen (das wichtigste Werkzeug überhaupt!) und verschiedene Kratzer.

Im mittleren Bild seht Ihr die Messinstrumente: Portraitzirkel und Metermaß. Es werden nämlich alle wichtigen Größenverhältnisse mit dem Portraitzirkel gemessen, um ganz sicher zu gehen, dass die Proportionen stimmen.

Dann werden die gemessenen Maße verkleinert um den Faktor des Goldenen Schnitts. Diese irrationale Zahl (keine transzendente Zahl!) scheint auch eine Naturkonstante zu sein und beträgt (gerundet) 1,618. Sie tritt auch als Konvergenzzahl bei der Teilung der Folgeglieder der Fibonaccisequenz auf.

Alle Köpfe werden also um den reziproken Faktor von 1,618 verkleinert dargestellt (d.h. die Maße werden durch 1,618 geteilt). Bei dieser Vorgehensweise ist mir etwas Interessantes aufgefallen: Alle Körperteile, z.B. Nase, Augen, Augenhöhle, Mund, Hals, Schädelbasis etc. verhalten sich im Idealfall im goldenen Schnitt. Dann empfinden wir sie als schön.

Ich erkläre es an einem Beispiel: Ich habe die Länge meines Nasenbeins mit dem Portraitzirkel ausgemessen und dieses Maß durch 1,618 geteilt. Auf dieses neue Maß habe ich meinen Zirkel nun umgestellt und die Länge des Nasenbeins am verkleinerten Werkstück markiert. Dann habe ich mich wieder meinem Spiegelbild zugewendet und wollte die Nasenbreite vermessen und – siehe da – das eingestellte Maß (die um den goldenen Schnitt verkleinerte Länge) entsprach exakt, auf den Millimeter, meiner Nasenbreite. Einmal darauf aufmerksam geworden, habe ich dann diese „goldene Proportionsregel der Natur“ bei vielen weiteren Körpermaßen wieder gefunden. Immer dann wenn Abweichungen auftraten, waren sie „weniger schön“ (z.B. mein Ansatz zum Doppelkinn, hihi) .

Insgesamt hat es relativ lange gedauert, den ersten der 100 Köpfe anzufertigen. Ca. drei Wochen. Das kommt daher, dass ich das Modell direkt in Gips modelliert habe. Dies ist langwieriger als in Ton, da man für die kleinsten Änderungen immer wieder neu Gips anmischen und modellieren muss. Dann warten bis der Gips anzieht und nacharbeiten. Alle Änderungsvorstellungen merken, bis genug beisammen sind, dass es sich lohnt neuen Gips anzumischen, und wieder von vorn. 100 mal, 1000 mal. Keine Ahnung.

Das Verfahren hat aber auch seine Vorteile: Man erhält sofort ein dauerhaftes Modell (kein Brennen, kein Schrumpfen wie bei Ton), das man glätten oder polieren kann, das man polychromieren (färben) oder mit Metallauflage beschichten kann. Man braucht es nicht sofort in Silikon abzuformen und zu gießen, damit es sich hält. Das kann man später machen und Gußkosten sparen.

Soviel für heute. Demnächst muss ich noch die Seite mit Hintergrundinformationen zum Projekt fertigstellen. Damit quäle ich mich etwas, denn es soll ja auch ein lesbarer Text herauskommen.

Irgendwann nächster Woche werden die Bilder vom fertigen Kopf zu sehen sein und dann geht es los. Morgen ist Galeriebesprechung.

Meine Galeristin für die Edelmetall Plastiken, Frauke Deutsch, beteiligt sich auch an diesem Projekt und wird es auf Ihrer Webseite und auf Messen vorstellen.