2013 geht es endlich weiter …

nachdem ich in den letzten beiden Jahren hauptsächlich mit den Großskulpturen beschäftigt gewesen bin, möchte ich in diesem Jahr (2013) das Projekt der 100 Menschen weiter vorantreiben. Es sollen 10 neue Köpfe entstehen. Kopf 10 (der letzte bislang) ist inzwischen gegossen (siehe Bild), allerdings fehlt noch der Fragebogen, den ich dem Dargestellten nun schon seit 2 Jahren hinterher trage, wenn auch nicht mit großen Nachdruck 😉

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Gleichwohl, Kopf 11 ist bereits begonnen. Hier ein paar erste Eindrücke aus meinem Atelier. Es zeigt den Zustand nach der dritten Arbeitssitzung (die erste mit Modell, die zweite und dritte ohne Modell, nur im Atelier).

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Notiz

Es geht leider nur sehr langsam voran, auf diesen Seiten. Die Herstellung meiner großen Arbeiten verhindert das schnelle Weiterwachsen dieses Asts am Baum meines Gesamtwerks.

Kain und Abel, als Modell konzipiert im Jahre 2006, ist eine 3,14 m große Statue an der ich seit Januar 2010 arbeite und die gerade in Bronze gegossen wird. Sie hat allein in diesem Jahr schon circa 1000 Arbeitsstunden verschlungen.

Nun wird es aber Zeit, hier weiter zu publizieren. Off-Topic Artikel, wie den unten stehenden, wird es nicht mehr geben. Inzwischen hat sich die damalige Einschätzung auch als nur teilweise richtig herausgestellt. Zwar notieren wir im Moment Höchstkurse im Gold und im Silber, sowohl auf USD als auch auf EURO Basis. Damals notierte das Kilo Silber zwischen 380 und 400 EUR, heute kostet es um die 540 EUR, entsprechend einem Kursgewinn von rund 40 Prozent.

Quelle: Allgemeine Gold und Silberscheideanstalt AG


Die erwartete „Niveauverschiebung“, mit der der Markt ein neues und wesentlich höheres Platau erreichen würde, ist jedoch nur auf EURO Basis eingetreten und ist hauptsächlich auf den enormen Kursverfall des EURO gegenüber dem USD zurückzuführen. Folglich ist anzunehmen, dass dieses Niveau nicht von langer Dauer ist. Momentan ist daher eher mit einer starken, wohl mehrere Monate dauernden Korrektur zu rechnen, so dass große Vorsicht beim Edelmetall angebracht ist, will man Schmerzen vermeiden.

Der Autor übernimmt keinerlei Haftung für diese Vermutungen. Oben geäußerte Bemerkungen stellen nur private Ansichten dar und beinhalten keinerlei Empfehlungen zu Markthandlungen. Derartige Entscheidungen hat jeder für sich und in eigener Verantwortung zu treffen.

Kopf 10 wird gegossen


Zu sehen ist ein Ausschnitt des fertigen Tonmodells von Kopf 10. Im Moment wird die Silikonform erstellt, aus der im Anschluss das Wachsmodell für den Guss hergestellt werden kann. Der wache Blick und das leichte satyrhafte Lächeln ist typisch für die dargestellte Person, die ich jedoch erst mit eigenem Profil vorstellen werde, wenn die Bronze fertig und fotografiert sein wird.

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Der lebendige Blick verdankt sich einer kleinen Abänderung der Augengestaltung. Bei diesem Kopf habe ich die Pupillen als konkave Sphären, d.h. als kugelförmig vertiefte Schalen gestaltet. Dadurch entsteht Tiefe und ein reizvoller Lichtreflex im Auge, der an die Lichtreflexe der natürlichen Pupille erinnert.

Ich habe mir dabei den Effekt zunutze gemacht, dass eine Negativ-Form vom Gehirn als Negativ oder Positiv interpretiert werden kann. Man kann dieses „Umklappen“ in der eigenen Wahrnehmung selbst ausprobieren, indem man aus ein bisschen Entfernung in das Innere einer Gussform blickt: schließt man nun ein Auge, wird die vorher noch als negativ (=konkav) wahrgenommene Hohlform plötzlich zum positiven (=konvexen) Körper im Raum. Dieses Umschalten kann man anschließend willkürlich herbeiführen, je nachdem auf welchen Aspekt man sich konzentriert.

Ich werde die Augenschalen später an der Bronze noch mit rotierenden Filzscheibchen polieren, so dass sie mehr glänzen. Ich verspreche mir davon, dass dieser Effekt damit noch deutlicher zutage tritt.

Und für die „Techniker“ unter Euch, die diesen Blog so eifrig mitlesen noch ein Hinweis: ich habe die gleichmäßig runde Vertiefung dieser Augenschälchen mit einem sogenannten Kugelstopfer in den schon lederharten Ton eingepresst. Ein Kugelstopfer ist ein Werkzeug aus dem Dentalbereich, mit dem der Zahnarzt Füllungen herstellt. Wer wissen will, wie es aussieht, hier bitte.

Dieser Kopf hat noch ein paar weitere „Finessen“, wovon ich Euch aber in den nachfolgenden Artikeln berichten werde …

Neue Köpfe braucht das Land

Heute geht es hier ein wenig weiter. In der letzten Zeit habe ich im Zuge meiner Ausstellungsvorbereitung viel an den Skulpturen und Plastiken zum Monomythos gearbeitet, daher ist es hier ein wenig still gewesen. Das wird sich nun ändern.

Kopf 2 ist in Silber gegossen (999). Ich muss nur noch einige Ziselierarbeiten zum Abschluss bringen, um die Stellen zu überarbeiten, an denen ich die Angüsse entfernt oder Schweißnähte überfräßt habe. Zur schlichten Dokumentation, hier zwei Fotos.

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Ich bitte die mindere Qualität der Abbildungen zu entschuldigen. Demnächst gibt es vom Profi gefertigte Fotos von diesem Kopf und auch von Kopf  5, der nun ebenfalls vollständig fertig ist. Er ist in Bronze ausgeführt. Natürlich gibt es das mit allen „Begleiterscheinungen“, dem Interview und der Kurzbiogafie für beide Köpfe.

Vor kurzem habe ich mit Kopf 7 und mit Kopf 10 begonnen. Zur Dokumentation zwei Fotos.

Die ersten beiden hier unten abgebildete Bilder zeigen Kopf 7 in den Grundzügen, ein bekannter deutscher Bestseller-Autor. Wer es ist, wird erst später enthüllt, wenn die Individualisierung fortgeschritten ist.

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Eine Bilderzeile weiter unten ist der Beginn von Kopf 10 zu sehen, ein junger Internet Unternehmer und Selfmade Millionär. Interessant ist bei beiden Köpfen, dass, obwohl noch nicht viel mehr passiert ist, als die Hauptmaße des Schädels in den Ton zu übertragen, dennoch schon die grundlegende Richtung oder Charakteristik aufscheint. Eine erste „Impression“ ist bereits erkennbar.

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Vielleicht noch eine Anmerkung für alle die gerne mitzählen: mit Kopf 6 beginne ich am Wochenende, Kopf 8 und 9 müssen aufgrund terminlicher Probleme noch etwas warten, genauso wie Kopf 11. Im Herbst werden voraussichtlich zwei Ausstellungen stattfinden, bei denen Kopf 1-5, 6,7 und 10 im Original zu sehen sein werden. Genaueres wird bekannt gegeben, wenn die Lokation endgültig fixiert ist. Wahrscheinlich wird es in München und im Schwäbischen stattfinden. Die übernächsten Ausstellungen sind auch schon in Sicht, im April 2010 in München und in Buenos Aires.

Alle Neune …

Kurzer Hinweis in Bezug auf den letzten Eintrag: Die ersten neun Köpfe stehen fest. Für alle weiteren Köpfe gelten nun die neuen Preise wie folgt: Bronze 8.500 EUR, Feinsilber 12.500 EUR. Alle Preise sind Bruttopreise, d.h. inklusive der für Kunstwerke derzeit (noch) gültigen 7% Mehrwertsteuer.

Ein Hinweis in eigener Sache

Es ist nun gut ein Jahr vergangen, seit dem Beginn dieses Projekts. Alles hat sich hervorragend entwickelt und das Projekt macht Fortschritte. Langsam zwar, aber das ist man ja als Bildhauer gewöhnt.

Kopf 5 ist bald fertig und kann demnächst in der Gießerei als Bronze / Silberguss hergestellt werden. Hier ein paar Dokumentationsfotos aus einer früheren Werkphase.

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Kopf 7 – der erste Prominente (und wer es ist, wird noch nicht verraten 😉 ) ist begonnen. Kopf 6 und 8 sind bereits reserviert, so dass aus den 11 x 9 Köpfen unter den ersten 9 Köpfen nur noch ein Platz frei ist (11×9 ergibt 99 Köpfe, die 100 bleibt unbesetzt; warum, wurde hier schon erläutert).

Mit Kopf 10 werde ich eine deutliche Preiserhöhung durchführen müssen, die den hohen Arbeitsaufwand rechtfertigt. Der Einführungspreis von 5.500 EUR (netto) für den Bronzekopf kann also nur noch ein einziges Mal gewährt werden. Danach wird es teurer. Daher bitte ich kurzentschlossene, die hier noch dabei sein möchten, sich bei mir bis spätestens Weihnachten zu melden, um sich als Kopf 9 zu bewerben.

Schluss mit Sommerpause …

Es geht endlich weiter. Inzwischen sind Kopf 3 und Kopf 4 fertig gegossen, ziseliert, patiniert und gesockelt.

Heute zeige ich ein paar Bilder aus der Gießerei und erkläre die Vorgänge dort. Die Bilder der fertigen Köpfe (beide in Bronze gegossen) zeige ich demnächst, denn ich komme erst am Donnerstag ins Fotostudio.

Dann gibt es auch ein paar Informationen zu den dargestellten Personen, so wie ganz zu Anfang des Projekts angekündigt.

Aus Gründen der Dokumentation sei hier erwähnt, dass zwei weitere interessante Persönlichkeiten schon in Arbeit sind (Kopf 5 und Kopf 6). Auch davon mehr in den nächsten Wochen.

Alle Bilder sind erst letzte Woche entstanden. Die Gießerei ist die Gießerei Gugg in Straubing. Eine sehr alte Firma, mit über 400 Jahren Firmengeschichte, begonnen als Glockengießerei. Hier an dieser Stelle nochmals mein herzlicher Dank für die sachkundige, sehr hilfsbereite und freundliche Unterstützung.

Die ersten Bilder dieser langen Bilderstrecke zeigen die Silikonformen in der Gießerei (nicht die meiner Köpfe; hiervon habe ich derzeit kein Foto gemacht). Das sind die Negativformen der Originale,  in denen ein Wachpositiv angefertigt werden kann. Dies macht man, indem man die Silikonform mit flüssigem Wachs sorgfältig in mehreren Schichten auspinselt (Wachsschmelzherd, Bild2).

Dann wird die (mindestens) zweigeteilte Form zusammengesetzt und noch ein paar Mal mit flüssigem Wachs ausgeschwenkt bis die gewünschte Materialstärke (2-4 Millimeter) entstanden ist. Das verwendete Wachs ist in zwei Farben (schwarz, mit Ruß gefärbt und eben naturfarben, gelblich) damit man zu dünne oder unbedeckte Schichten beim Verarbeiten besser erkennen kann.

Nach dem Erkalten, wird die Form vorsichtig in einem Wasserbecken geöffnet und das dünnwandige Wachspositiv entnommen.

Es werden der Eingießtrichter, die Gusskanäle und Steigkanäle angeklebt, die später die flüssige Bronze in die Form leiten, das Entweichen der Luft garantieren und das Nachsaugen von  Bronze beim Erkaltungsschrumpfen speisen.

Folgende Arbeitschritte sind hier in den Bildern übersprungen, seien aber der Vollständigkeit halber erklärt:

Das vorbereitete Wachsmodell – es ist ja hohl, wie ein „Schokolade-Nikolaus“ – wird innen mit einem Formkern (ein Gips-Schamotte Material) gefüllt. Dieser Formkern wird mit Bronzestiften oder Eisennägeln zusätzlich fixiert, die durch das Wachspositiv in den Kern gesetzt werden.  Dann wird alles in einen Kasten montiert, der mit einem flüssigen Formmaterial (meist Gips-Schamotte, teurer ist Keramik) ausgegossen wird.

Wenn alles ausgehärtet ist, kommt die Form in einen Ofen, der, gaaanz langsam,  die Temperatur auf etwa 400-600 Grad Celsius hochfährt. Dadurch schmilzt und verdampft das eingeschlossene Wachs und es bleibt ein Hohlraum zurück. In diesen wird dann später die flüssige Bronze gegossen werden.

Kompliziert? Ja. Ziemlich ausgefuchstes Verfahren. Aber, die Menschheit kennt es schon lange. Seit etwa 4000 vor Christus. Es gibt z.B. wunderbare Bronzeköpfe aus Afrika, die mehr als 2500 Jahre alt sind! Es heißt Wachsausschmelzverfahren oder Verfahren der verlorenen Form, da das Modell durch das Ausschmelzen untergeht.

So, die nächste Reihe zeigt den mächtig feuernden und wummernden Schmelzofen. Ein Gebläse heizt dem Ölbrenner richtig ein. Davor liegen Bronzebarren und abgeschnittene Gusskanäle, die wieder eingeschmolzen werden.

Dahinter seht ihr die gerade nicht verwendeten Schmelztiegel. Das sind im Prinzip Töpfe, kleiner oder größer, je nach zu schmelzender Menge. Für unterschiedliche Materialien jeweils einer. Das Material der Tiegel hat einen sehr hohen Schmelzpunkt und ist meist Keramik (Schamotte, Tonerde, Zirkonoxid, Graphit). Der Gießer prüft von Zeit zu Zeit die Temperatur, um den optimalen Zeitpunkt für den Guss zu finden.

Dann wird der Deckel zur Seite geschwenkt und die Schlacke abgeschöpft. Oft wird das Schmelzgut – je nach Metall – noch mit Glas oder Kohle abgedeckt, um Sauerstoffzutritt zu verhindern und zu Reduzieren. Die Schlacke schwimmt dann oben auf und wird vorher natürlich entfernt.

Schließlich wird die erste Schöpfkelle mit flüssiger Bronze gefüllt und eingegossen. Das geschmolzene Metall ist so heiß, dass sich auch die Schöpfkelle aus Stahl wie ein mit Wasser gefüllter Pastikbeutel nach unten ausbeult. Die hier gezeigten Formen sind Sandguss Formen, die für einfachere Formen ohne Hinterschneidungen verwendet werden. Meine Köpfe waren zu diesem Zeitpunkt bereits gegossen, so dass ich hier diese Bilder zeige, um einen Eindruck zu vermitteln. Die Formen werden soweit gefüllt, bis aus den Luftkanälen flüssiges Metall wieder austritt.

Sind die Formen für das Wachsausschmelzverfahren gefüllt und erkaltet, sehen sie so aus, wie in der nächsten Bilderzeile zu sehen ist. Man kann gut sehen, dass die Hitze die Form mit vielen Rissen fast zersprengt hat.

Dann werden die Bronzen „ausgebettet“, d.h. die Form wird zerschlagen. Das Ergebnis ist der Rohguss, der noch voller Schamotte und mit allen Angusskanälen keineswegs attraktiv aussieht. Die Teile werden mit dem Hochdruckreiniger gesäubert und auch der Formkern wird ausgespült. Falls nicht alles herauskommt, werden zusätzliche Löcher gebohrt, die später wieder verschweißt werden. Die Angüsse werden mit der Flex entfernt.

Danach sehen die Rohgüsse einiges besser aus, so wie meine Köpfe hier zu sehen sind. Es beginnt der nächste Arbeitsschritt, das Ziselieren.

Dabei werden, möglichst vorsichtig, die Schweißnähte und Angüsse mit kleinen Fräsen versäubert. Um die schöne Gusshaut nicht zu zerstören, habe ich meine Arbeiten nicht Sandstrahlen lassen, wie es sonst üblicherweise gemacht wird.

Weitere Werkzeuge sind Druckluft betriebene Hammerstäbe und kleine metallene „Stempeleisen“, das sind stumpfe Meißel mit strukturierter Oberfläche, die so genannten Punzen. Damit passe ich nun die bearbeiteten Stellen an die umliegende Gussoberfläche des Originals an. Haarstruktur oder ähnliches muss nachgefräst oder nachgeschlagen werden. Das Schleifgerät schleift in einer Bewegung, die keine Spur hinterlässt. Ganz wichtig noch, ein Schraubstock. Damit keine Kratzer und Dellen am Werkstück entstehen, sind die Zwingen mit dicken Bleiwinkelplatten abgedeckt. Blei ist weich und hinterlässt keine Spuren.

Durch die poröse Innenseite der Form sind viele kleine Kügelchen entstanden die vorsichtig mit einem scharfen Meißel entfernt werden müssen (siehe Detail). Auch sind beim Einbetten des Wachmodells in die Form, trotz aller Vorkehrungen, immer noch Luftbläschen entstanden. Beispielsweise in den Ohren, Nasenlöchern oder Augenwinkeln (siehe Detail). Auch diese müssen vorsichtig weg gefräst werden und anschließend mit den Punzen an die übrige Oberfläche angepasst werden.

Schließlich wird der Kopf auf einen Metallstab geschweißt, der genau die Körperhöhe des portraitierten Menschen wiedergibt.

Ganz zum Schluss wird die Patina aufgebracht, durch die eine gleichmäßige Oberfläche entsteht und wodurch die überarbeiteten Stellen, die ja in hellem Bronze-Goldton herausstechen zum Verschwinden gebracht werden. Alles will man aber nicht abdecken, so dass die Oberfläche schön lebendig bleibt. Eine Kunst für sich, manchmal auch ein Geduldsspiel.

Zum Patinieren wird die Bronze mit einem Butangasbrenner erhitzt und anschließend mit der Patina behandelt. Ich verwende hier Schwefelleber, da dies die originale Gusshaut am besten trifft. Man kann aber auch grünliche, bräunliche oder schwarze Färbungen erreichen. Jede Gießerei hat ihr „Geheimrezept“, meist seit Generationen überliefert. Oftmals sind auch ziemlich scharfe Säuren mit drin.

Die Schwefelleber macht erst einen weißlichen Eindruck (hier zu sehen an einem „Hundekopf“) der aber verschwindet, wenn die Stelle gebürstet wird. Anschließend werden zu dunkle Stellen wieder aufgehellt oder nochmals getönt, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Als letzter Schritt (hier ohne Bild) wird alles noch mit Bohnerwachs etwas zum Glänzen gebracht  … und  … „isch habe färtig“  😉

Kräfte sammeln …

Im Moment bleibt mir hier nicht viel mehr zu tun, als von kleinen Fortschritten zu berichten. Drei Köpfe werden im Finishing gerade soweit fertig gemacht, daß ich dann – in einem Aufwand – in die Gußwerkstatt gehen kann.

Dort stehen der Bau der Silikonform, das Wachsmodell, das Anbringen der Zuläufe und Steigkanäle, das Anfertigen der Gußform und das Gießen im Vordergrund. Anschließend folgt noch die Überarbeitung des Rohgusses, das Ziselieren, und das Patinieren.

     

Hier seht Ihr eine Detailaufnahme von Kopf 4. Der Kopf ist inzwischen gut durchgetrocknet und ich habe mit Bleistift alle Stellen markiert, die noch einer kleinen Korrektur bedürfen. Diese letzte Korrektursitzung mit dem Modell ermöglicht es mir, abschließend noch einmal alle individuellen Feinheiten zu erfassen und zu berücksichtigen. Bis auf eine Stelle unterhalb des rechten Auges sind alle markierten Stellen zu erhaben. Dort muss also noch etwas Material mit Schlingen oder Schabern abgetragen werden.

Unterhalb des Auges, fehlt noch etwas, dort muss etwas angetragen werden. Die Nase ist auch noch einen Tick zu gerade – kein Mensch ist wirklich symmetrisch – und bekommt noch ihren charakteristischen kleinen Drall nach rechts, der an diesem Gesicht zu beobachten ist.

Soviel für heute, demnächst aus der Gießerei…

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen …

Unvorhergesehene Schwierigkeiten machten mir bei Kopf 3 das Leben schwer.

            

Nachdem auch nach der 5. Sitzung der wirkliche Moment der Belebung auf sich warten ließ, hatte ich noch einmal alle Maße einzeln kontrolliert und dabei fest stellen müssen, dass sich, wahrscheinlich durch die vorherige Versetzung der Ohren, ein Maßfehler eingeschlichen hatte. Der Schädel war etwa 7 mm zu schmal.

Also: Ohren wieder abschneiden, entsprechendes Material unterfüttern und wieder ansetzen. Dann an Schläfen, Wangen und Kiefern ebenfalls den notwendigen Materialantrag nachholen. Durch die ganze Versetzerei wurden die Ohren zu groß, da sich der noch feuchte Ton ausgeweitet hatte. Überstände also zurück schneiden und alles neu modellieren.

Auch die Stirn machte mir Schwierigkeiten. Zuerst zu weit vorn aber in der Wölbung richtig. Dann wieder nach hinten, jetzt wieder Wölbung nachbessern. So gingen Sitzung 6,7,8 und 9 vorbei. Es dauerte lange, bis zur 8. Sitzung, bis ich die Stirn wirklich verstanden hatte. Die Bilder stammen aus der 10. Sitzung, als ich immer noch mal an der Stirn nachtragen musste.

Nun ja. Jetzt stimmt alles weitgehend und ich arbeite noch die Feinheiten an den Augenlidern aus und mache das Finish. Es gibt jetzt noch eine letzte Kontrollsitzung mit dem Modell und dann ist dieser Kopf soweit, dass ich mit dem Gießen beginnen kann.

Portrait-Arbeit

Mein heutiges Update zeigt das Stadium von Kopf 4 nach der dritten Sitzung. Die Maße sind alle übernommen und mehrfach kontrolliert. Ich befinde mich mitten in der Individualisierungsphase.

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Als erstes habe ich mich ums Profil gekümmert, um dann, wie schon beschrieben, die beiden Gesichtshälften von vorne, unten, oben und von schräg hinten zu bearbeiten.

Wichtig ist festzuhalten, dass jeder einzelne Punkt des Gesichts beachtet werden muss. Man darf sich nie erlauben, summarisch zu arbeiten oder einen Teil wie den anderen zu wiederholen. Jeder einzelne Quadratzentimenter der Gesichtsoberfläche ist mit Auge und Gefühl gründlich zu erforschen und so subtil wie nur möglich zu erfassen.

Die Arbeit an Gesichts-„Hälften“ ist wichtig, da sie bei keinem Kopf genau symmetrisch sind. Sie sind nur mehr oder weniger symmetrisch. Bei vielen (Rechtshändern) ist z.B. auch die rechte Gesichtshälfte stärker ausgeprägt. Dies gilt nicht nur für die Muskulatur, auch für Kiefer, Schädelknochen oder Ohrgrößen. Die Unterschiede, am Ohr beispielsweise, können mehrere Millimeter ausmachen.

An diesem Kopf ist unter anderem die linke Gesichtshälfte deutlich tiefer als die rechte. D.h. der linke Gesichtsbogen zwischen Ohr und Mittellinie (die Mittellinie ist die mittige Profillinie, die von Kinn über Mund, Nase zwischen den Augenbrauen hindurch zur Stirn läuft) beschreibt einen größeren Weg, als der rechte. Anders ausgedrückt: der Gesichtsaufbau ist rechts steiler und stärker gekrümmt, links flacher und sanfter gekrümmt.

Man sieht solche Abweichungen besonders gut, wenn man den Kopf von vorne in starker Untersicht, also von unten nach oben betrachtet.