Kopf 2 Feinarbeit (VI)

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Und weiter im Text. Schließlich muss es auch mit den Köpfen hier im Internet vorangehen. Die Warteliste ist mittlerweile doch sehr lang geworden.

Der Ton ist inzwischen „lederhart“. Ein Zustand in dem sich immer noch gut arbeiten lässt, bei dem aber die wichtigsten Proportionen stimmen müssen. Das Material ist schon sehr weit geschrumpft, ein Umstand der bei aktuellen Kontrollmessungen zu berücksichtigen ist.

Neues Material lässt sich leicht antragen. Es sollte aber gut feucht, fast ein bisschen „schlammig“ sein. Das überschüssige Wasser wird von dem übrigen trockeneren Ton sehr schnell „geschluckt“, so dass auch neu modellierte Schichten sehr zügig nachtrocknen. Trotzdem das Werkstück nach „Feierabend“ immer gut in feuchte Tücher einhüllen, damit die Trocknung nicht zu schnell weitergeht.  Falls trotzdem kleine Haarrisse zwischen den neuen und den alten Schichten entstehen, können diese mit ein bisschen geschlämmtem Ton leicht geschlossen werden.

Auf Bild 1 seht ihr, dass ich die Haarstruktur mit einer Bürste schon weitgehend geglättet habe. Da der Ton schon so gut fest ist, lässt sich das Werkstück nun auch prima in die Hände nehmen. Dadurch kann man sehr einfach die Höhenreliefs des Gesichts kontrollieren.

Auf Bild 2 sieht man diese Arbeitsweise: der Kopf wird kopfüber modelliert, damit auch die Feinheiten des vor- und zurückspringenden horizontalen Reliefs stimmen. Überstände werden mit kleinen Schlingen oder Schabern abgekratzt. Für Feinheiten im Bereich der Augen, Nasenhöhlen und Mundwinkel sind zahnärztliche Werkzeuge ideal geeignet.

Bild 3 zeigt, wie die Augen genau nach Maß positioniert werden. Um die Kugelform der Augäpfel zu bekommen, wird erst einmal das Auge als gerundete konvexe Form in der konkaven Augenhöhle angelegt. Die spätere Ausformung der Lider ist nur eingeritzt. Die notwendigen Vertiefungen zur plastischen Modellierung der Lider werden anschließend mit kleinen Modellierwerkzeugen aus der Zahnmedizin eingebracht.

Bild 4 zeigt, wie ich den Ton in immer feineren Schichten antrage. Normalerweise sind die Finger die besten Werkzeuge beim Modellieren. Um aber die zarten Übergänge dieses jugendlich glatten Gesichts zu erreichen, ist man damit zu plump ausgestattet. Daher verwende ich alte Malerpinsel, mit denen ich geschlämmten Ton in feinen Lagen auftrage, um die optimale Modellierung des Gesichts zu erzielen. Der Ton ist dabei so pastos wie Ölfarbe aus der Tube. Wenn der Ton etwas angetrocknet ist, wird mit den feuchten Fingern noch nachgeglättet, um die Pinselstruktur zu verwischen, die hier nicht gewünscht ist. Bei Haaren und Augenbrauen, kann man dies jedoch als Gestaltungsmittel sehr schön einsetzen.

So, nun habe ich schon viele „Betriebsgeheimnisse“ verraten, die man sonst nirgendwo erfährt. Viel Spaß beim „nacharbeiten“. Ich sehe an meiner Blogstatistik, daß hier offenbar sehr viele Leute still mitlesen, die aus Hobby oder beruflichen Gründen gern wissen wollen „wie’s geht“. Um auch dieses legitime Bedürfnis zu erfüllen, habe ich bei den einzelnen Schritten jedesmal sehr detailliert berichtet.

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