Kopf 2 – Der Aufbau (I)

Hier könnt Ihr sehen, wie ich jeden Kopf anfange. Diesmal wird in Ton modelliert, da dieser Kopf nach der Fertigstellung gleich in Silber gegossen werden wird und das Modellieren in Ton einfach zügiger geht als in Gips.

Die hier verwendete keramische Masse ist ein sehr feiner, hellgrauer Ton aus dem Westerwald mit 25% Schamotte in 0,2 mm Korngröße.

Ton schrumpft beim Trocknen durch die Abgabe von Wasser an die Luft.  Bei diesem Vorgang geht die Plastizität des Materials zurück und der Ton wird hart und bruchempfindlich. Dieser Ton hier schrumpft bis zu 5% durch Lufttrocknung. Die Schamotte (das sind kleine, bereits gebrannte Tonkrümel in definierter Korngröße, die mechanisch untergemischt werden) verhindert die Rißbildung beim Trocknen und dämpft die Schrumpfung.

Ich muß die Schrumpfung des Tons bei der Vermessung der Köpfe berücksichtigen, um später eine maßgenaue Verkleinerung zu erhalten.

Bild 1 zeigt die verwendeten Werkzeuge: Schlingen in unterschiedlicher Größe und verschiedene Modellierhölzer.

 werkzeug_ton.jpg

Der Kopf wird auf einer Gewindestange aus Edelstahl begonnen (Bild 2) .

 gewindestange.jpg    kopf2_kammern.jpg    kopf2_kammern2.jpg    kopf2_verhuellt.jpg

Das Gewinde verhindert, dass der Kopf durch das Eigengewicht des feuchten Tons an der Stange absackt. Dies würde bei einer Stange mit glatter Oberfläche passieren. Die Stange würde dabei durch den weichen Ton stoßen und oben am Kopf heraustreten, was nicht erwünscht ist. Der Kopf soll ja schön dort oben bleiben, (Bild 3) , damit man optimal daran abeiten kann.

Die Stange muss aus Edelstahl sein. Nicht aus Holz oder Eisen. Holz würde durch die Feuchte des Tons quellen, Eisen korrodiert. Beides würde verhindern, den Kopf später ohne Beschädigung wieder von der Stange lösen zu können.

Wenn die Oberfläche quillt oder korrodiert, sitzt die Stange nachher, wenn der Ton durch die Trocknung schrumpft, so fest, dass man sie nicht mehr herausbekommt. Edelstahl reagiert nicht und die Oberfläche bleibt glatt. Ich kann den Kopf durch das Gewinde später einfach herausdrehen.

In Bild 3 und 4 seht Ihr die Aufteilung des Kopfes in 2×4 Kammern, die später hohl bleiben. Sie müssen untereinander verbunden sein damit die Luft zirkulieren kann.

Besonders wenn man den Kopf später brennen möchte, d.h. im Ofen bis zu 1.200° C erhitzen will, dürfen keinerlei abgeschlossene und mit Luft gefüllte Hohlräume vorhanden sein. Sonst … knallt es! Die erhitzte Luft dehnt sich so stark aus, dass der erhärtete Ton im Ofen explosionsartig in Scherben springt. Je gröber die eingearbeitete Schamotte, desto poröser ist der Scherben und desto geringer die Gefahr des Zerplatzens.

Hier muß ich nicht so genau arbeiten, da von vorne herein nur die Lufttrockung vorgesehen ist. Daher kann ich eine sehr feine Schamottierung wählen und erziele damit ein glatteres Finish.

Zuletzt ist der Kopf immer gut feucht zu halten, so lange bis die Arbeit fertig ist. Daher wird er bei Arbeitspausen in feuchte Tücher eingewickelt (Bild 5) und mit einer Plastiktüte umhüllt.

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