Kunst und Steuern

Noch so ein Thema, das in einem Kunstblog eigentlich nichts verloren hat: die allseits beliebten Steuern. Trotzdem gehört es zum Leben und als wirtschaftlich interessierter Mensch muss man auch damit umgehen.

Also – hier ein kleiner Hinweis, der doch irgendwie mit uns allen zu tun hat:

Ab dem 1.1.2009, d.h. in nur dreizehneinhalb Monaten, ändert sich die Welt des Sparens und Investierens in Deutschland. Die neue Abgeltungssteuer wird eingeführt. Als klassische Quellensteuer, werden 25% der Erträge aus Kapitalanlage  (+ 1,375% Solidaritätszuschlag + 2% Kirchensteuer = 28,375%) direkt an der Quelle, d.h. bei der Bank die das Depot führt, an den Fiskus abgeführt.

Damit fällt die früher so beliebte Spekulationsfrist von einem Jahr weg. Das Ganze wird uns wie gewohnt als große Verbesserung vekauft, aber unterm Strick Strich, greift der Staat tiefer in unsere Taschen als vorher. Statt Höchst-Steuersatz von 22,5% nach bisherigem Halbeinkünfteverfahren nun immer 25%. Wie dadurch das abgewanderte Kapital wieder „heimkehren“ soll bleibt schleierhaft.

Es gibt jedoch noch ein paar winzige Lücken. So gilt für die Gewinne aus der Veräußerung sonstiger beweglicher Vermögensgegenstände – das betrifft z.B. Kunst oder Edelmetalle – weiterhin die Spekulationsfrist von einem Jahr. D.h. wer diese Gegenstände länger als 1 Jahr in seinem Besitz hatte – und das macht man ja meistens bei derartigen Sachen – kann die Veräußerungsgewinne weiterhin, also auch nach dem 1.1.2009, steuerfrei einsacken.

Fazit: wer jetzt noch Goldbarren, Silberbarren und Kunstwerke kauft, letztere idealerweise auch noch aus Edelmetall, kann diese Anlage auch in Zukunft steuerfrei veräußern. Es ist zudem eine das Anlage-Risiko minimierende Strategie (Diversifikation), da die Märkte Rohstoffe und Kunstwerke nicht miteinander korreliert sind.

Das Thema Edelmetall ist momentan heiss und wird gerade von der Allgemeinheit wieder entdeckt, wie ein Blick in die Presselandschaft zeigt:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,515397,00.html

und

http://www.handelsblatt.com/News/Boerse/Rohstoffe-Devisen/_pv/_p/203855/_t/ft/_b/1346741/default.aspx/goldrausch-in-muenchen.html

Dennoch lohnt es sich für Anleger im Euroland noch immer jetzt einzusteigen, da der Preis aufgrund des starkten EUR/USD Verhältnisses in EUR noch nicht zu stark gestiegen ist. Der Höchstkurs wurde – wie das im USD der Fall ist –  noch nicht überschritten. Das kommt aber noch.

Edelmetalle und Gold - Kursentwicklung Investieren Gold

Eine Anmerkung zum Preis der Feinunze Gold in USD sei mir noch gestattet: Wir haben zwar nun das Preisniveau der achziger Jahre erreicht. Gemessen in heutiger Kaufkraft des USD müsste die Feinunze aber bis 2.500 USD steigen, damit die Höchstkurse von damals wieder erreicht wären. Dies ist ein kleiner, aber wichtiger Hinweis, den mir gerade ein profunder Kenner der Materie mitgeteilt hat. Im Klartext: auch in USD/Feinunze stehen wir gerade am Anfang der Entwicklung. Jedoch fehlt vielen die Phantasie, um sich eine derartige Entwicklung vorzustellen.

Damit nun aber Schluss! Das soll genügen und die nächsten Einträge handeln wieder strikt über Kunst.

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Disclaimer/Haftungsausschluss: diese Betrachtungen stellen keinerlei relevante wirtschaftliche oder steuerliche Hilfe zur Anlageentscheidung dar. Jeder muss seine eigenen Informationen beim Fachmann einholen und selbstverantwortlich seine Entscheidungen treffen!

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