Kopf 10 wird gegossen

1 07 2009


Zu sehen ist ein Ausschnitt des fertigen Tonmodells von Kopf 10. Im Moment wird die Silikonform erstellt, aus der im Anschluss das Wachsmodell für den Guss hergestellt werden kann. Der wache Blick und das leichte satyrhafte Lächeln ist typisch für die dargestellte Person, die ich jedoch erst mit eigenem Profil vorstellen werde, wenn die Bronze fertig und fotografiert sein wird.

Kopf10_04

Der lebendige Blick verdankt sich einer kleinen Abänderung der Augengestaltung. Bei diesem Kopf habe ich die Pupillen als konkave Sphären, d.h. als kugelförmig vertiefte Schalen gestaltet. Dadurch entsteht Tiefe und ein reizvoller Lichtreflex im Auge, der an die Lichtreflexe der natürlichen Pupille erinnert.

Ich habe mir dabei den Effekt zunutze gemacht, dass eine Negativ-Form vom Gehirn als Negativ oder Positiv interpretiert werden kann. Man kann dieses “Umklappen” in der eigenen Wahrnehmung selbst ausprobieren, indem man aus ein bisschen Entfernung in das Innere einer Gussform blickt: schließt man nun ein Auge, wird die vorher noch als negativ (=konkav) wahrgenommene Hohlform plötzlich zum positiven (=konvexen) Körper im Raum. Dieses Umschalten kann man anschließend willkürlich herbeiführen, je nachdem auf welchen Aspekt man sich konzentriert.

Ich werde die Augenschalen später an der Bronze noch mit rotierenden Filzscheibchen polieren, so dass sie mehr glänzen. Ich verspreche mir davon, dass dieser Effekt damit noch deutlicher zutage tritt.

Und für die “Techniker” unter Euch, die diesen Blog so eifrig mitlesen noch ein Hinweis: ich habe die gleichmäßig runde Vertiefung dieser Augenschälchen mit einem sogenannten Kugelstopfer in den schon lederharten Ton eingepresst. Ein Kugelstopfer ist ein Werkzeug aus dem Dentalbereich, mit dem der Zahnarzt Füllungen herstellt. Wer wissen will, wie es aussieht, hier bitte.

Dieser Kopf hat noch ein paar weitere “Finessen”, wovon ich Euch aber in den nachfolgenden Artikeln berichten werde …





Einzelschritte …

23 04 2009

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Heute nur ein kurzes Update, um zu zeigen wie es weiter geht: Kopf 10 nach der zweiten Sitzung und der ersten Individualisierungsphase. Es wird ein wunderbarer Kopf. Dieses Glücksgefühl stellt sich bei mir immer ein, wenn ich merke, das ich auf dem richtigen Weg damit bin. Das Gesicht ist schon zu erkennen. Noch etwas vage und manche Linien etwas “barsch”, aber die Charakteristik tritt schon hervor und diejenigen, die ihn kennen, können ihn schon erkennen ;-)





Neue Köpfe braucht das Land

27 03 2009

Heute geht es hier ein wenig weiter. In der letzten Zeit habe ich im Zuge meiner Ausstellungsvorbereitung viel an den Skulpturen und Plastiken zum Monomythos gearbeitet, daher ist es hier ein wenig still gewesen. Das wird sich nun ändern.

Kopf 2 ist in Silber gegossen (999). Ich muss nur noch einige Ziselierarbeiten zum Abschluss bringen, um die Stellen zu überarbeiten, an denen ich die Angüsse entfernt oder Schweißnähte überfräßt habe. Zur schlichten Dokumentation, hier zwei Fotos.

kopf230 kopf231

Ich bitte die mindere Qualität der Abbildungen zu entschuldigen. Demnächst gibt es vom Profi gefertigte Fotos von diesem Kopf und auch von Kopf  5, der nun ebenfalls vollständig fertig ist. Er ist in Bronze ausgeführt. Natürlich gibt es das mit allen “Begleiterscheinungen”, dem Interview und der Kurzbiogafie für beide Köpfe.

Vor kurzem habe ich mit Kopf 7 und mit Kopf 10 begonnen. Zur Dokumentation zwei Fotos.

Die ersten beiden hier unten abgebildete Bilder zeigen Kopf 7 in den Grundzügen, ein bekannter deutscher Bestseller-Autor. Wer es ist, wird erst später enthüllt, wenn die Individualisierung fortgeschritten ist.

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Eine Bilderzeile weiter unten ist der Beginn von Kopf 10 zu sehen, ein junger Internet Unternehmer und Selfmade Millionär. Interessant ist bei beiden Köpfen, dass, obwohl noch nicht viel mehr passiert ist, als die Hauptmaße des Schädels in den Ton zu übertragen, dennoch schon die grundlegende Richtung oder Charakteristik aufscheint. Eine erste “Impression” ist bereits erkennbar.

kopf10_01 kopf10_02

Vielleicht noch eine Anmerkung für alle die gerne mitzählen: mit Kopf 6 beginne ich am Wochenende, Kopf 8 und 9 müssen aufgrund terminlicher Probleme noch etwas warten, genauso wie Kopf 11. Im Herbst werden voraussichtlich zwei Ausstellungen stattfinden, bei denen Kopf 1-5, 6,7 und 10 im Original zu sehen sein werden. Genaueres wird bekannt gegeben, wenn die Lokation endgültig fixiert ist. Wahrscheinlich wird es in München und im Schwäbischen stattfinden. Die übernächsten Ausstellungen sind auch schon in Sicht, im April 2010 in München und in Buenos Aires.





Alle Neune …

12 12 2008

Kurzer Hinweis in Bezug auf den letzten Eintrag: Die ersten neun Köpfe stehen fest. Für alle weiteren Köpfe gelten nun die neuen Preise wie folgt: Bronze 8.500 EUR, Feinsilber 12.500 EUR. Alle Preise sind Bruttopreise, d.h. inklusive der für Kunstwerke derzeit (noch) gültigen 7% Mehrwertsteuer.





Ein Hinweis in eigener Sache

20 11 2008

Es ist nun gut ein Jahr vergangen, seit dem Beginn dieses Projekts. Alles hat sich hervorragend entwickelt und das Projekt macht Fortschritte. Langsam zwar, aber das ist man ja als Bildhauer gewöhnt.

Kopf 5 ist bald fertig und kann demnächst in der Gießerei als Bronze / Silberguss hergestellt werden. Hier ein paar Dokumentationsfotos aus einer früheren Werkphase.

kopf502 kopf501 kopf503

Kopf 7 – der erste Prominente (und wer es ist, wird noch nicht verraten ;-) ) ist begonnen. Kopf 6 und 8 sind bereits reserviert, so dass aus den 11 x 9 Köpfen unter den ersten 9 Köpfen nur noch ein Platz frei ist (11×9 ergibt 99 Köpfe, die 100 bleibt unbesetzt; warum, wurde hier schon erläutert).

Mit Kopf 10 werde ich eine deutliche Preiserhöhung durchführen müssen, die den hohen Arbeitsaufwand rechtfertigt. Der Einführungspreis von 5.500 EUR (netto) für den Bronzekopf kann also nur noch ein einziges Mal gewährt werden. Danach wird es teurer. Daher bitte ich kurzentschlossene, die hier noch dabei sein möchten, sich bei mir bis spätestens Weihnachten zu melden, um sich als Kopf 9 zu bewerben.





Endlich geht es weiter … Dr. Helmut P.

30 10 2008

Heute kann ich endlich weiter publizieren. Es hat ja lange gedauert. Aber nun ist es so weit, ich stelle Euch Helmut P. vor, Kopf 3 in dieser erlesenen Runde. Weiter unten findet sich wieder mein Interview mit Ihm, ganz unten seine Kurzbiographie.

1)    Was hat Sie bewogen sich portraitieren zu lassen?
Die Kontaktansprache durch den Künstler.

2)    Wie haben Sie sich gefühlt, als sie portraitiert wurden?
Gut.

3)    Hat sich Ihre Einstellung zu sich selbst während oder nach den Portrait-Sitzungen verändert?
Nein.

4)    Wenn Sie sich von außen betrachten, wie finden Sie sich?
Gut.

5)    Wenn Sie alles haben könnten, alles sein könnten, wie wäre das für Sie? Was würden Sie tun?
Es würde sich nicht viel ändern. Das Leben hängt nicht von materiellen Dingen ab.

6)    Was ist Ihre wichtigste Eigenschaft? Empfinden Sie diese als Vorteil oder Nachteil?
Freude am Leben, Zufriedenheit. Dies ist ein Vorteil, da es hilft positiv zu bleiben.

7)    Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Menschen helfen zu können – Heilen zu können.

8)    Was ist Ihr größtes und wichtigstes Lebensziel?
Carpe diem.

9)    Ihr größter Wunsch?
Gesundheit.

10)    Wofür sind Sie dankbar?
Freunde zu haben.

11)    Wenn Sie als Tier leben müssten, welches möchte Sie sein?
Pferd.

12)    Welche Zauberkraft hätten Sie gerne?
Heilkräfte.

13)    In welcher Zeit hätten Sie gerne gelebt?
Heute.

14)    Wo möchten Sie leben?
In Mitteleuropa.

15)    Wie und wo möchten Sie sterben?
Ohne langes Leid, wo egal.

16)    Wäre es für Sie ein tröstliches Gefühl etwas zu hinterlassen? Wenn ja, was möchten Sie, das bleibt?
Die positive Erinnerung, ein guter Mensch gewesen zu sein.

17)    Wie fühlt sich Liebe an?
Gut.

18)    Wäre das Leben für Sie lebenswert, wenn Sie ganz allein auf der Welt wären? Was würden Sie da tun?
Nein.

19)    Was ist für Sie Religion? Was sind für Sie religiöse Gefühle?
Das Beschäftigen mit sich selbst, besinnliche Gefühle.

20)    Halten Sie sich für mächtig? Wenn Sie es tun, was könnten Sie besser machen?
Jeder ist mächtig, Dinge, wenn auch im kleinen, zu bewegen.

21)    Welcher war der peinlichste Augenblick in Ihrem Leben?

22)    Welcher Moment war am glücklichsten?
Das Ende der Studentenzeit – Promotion.

23)    Hassen Sie jemanden? Gibt es jemandem, dem Sie am liebsten nie begegnet wären?
Ja.

24)    Mit wem, von den heute lebenden Menschen, würden Sie wirklich gerne einmal zusammentreffen?
Dalai lama.

25)    Was erwarten Sie für die Zukunft? Für Ihre eigene? Für die Erde? Für die Menschen?
Vieles.

26)    Was treibt Sie an?
Das Leben.

27)    Ihr Motto?
Carpe Diem.


Biographie Dr. Helmut P.
Geboren und aufgewachsen in Tirol, Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

Danach berufliche Tätigkeiten in Grossbritannien, Deutschland, Österreich und Italien.  Im Wesentlichen war Helmut P. in der Finanzwelt aktiv, zuletzt als Geschäftsführer von AXA Private Equity in Deutschland. Er liebt sportliche Aktivitäten in der heimatlichen Bergwelt  und klassische Musik.





Ernst S.

18 08 2008

Ich möchte Euch Ernst S. vorstellen. Er ist eigentlich Kopf 4 in dieser Reihe und wie das Leben spielt, ist sein Profil als erstes vollständig fertig geworden.

Kopf 2 ist noch in der Gießerei, Kopf 3 hat noch nicht alle Fragen beantwortet und – nicht zuletzt – sollte ich selbst als Kopf 1 wohl auch noch meinen eigenen Fragenkatalog beantworten. Der Fairness halber.

Daher macht Ernst heute den Anfang, in der Vorstellung der vollendeten Köpfe … So … nun ist es aber soweit. Premiere. Showtime!

Dies ist das Bild des fertigen Bronze Kopfes im dreiviertel Profil. Ich werde an dieser Stelle noch weitere Abbildungen einfügen, sobald ich sie vom Fotografen erhalten habe. Der Fotograf ist Christoph Hellhake, ein echter Profi. Er versteht es noch, seine Bilder Stück für Stück aufzubauen, bis alle Details perfekt zeigen, was zu zeigen ist. Vielen Dank, lieber Christoph, für Deine wertvolle und wunderbare Arbeit. Wenn Ihr mehr von ihm sehen wollt, hier bitte …

Doch lassen wir Ernst selbst zu Wort kommen. Er hat für uns meinen “Feuilleton-Fragebogen” beantwortet und ein paar biographische Daten veröffentlicht, die ihr untenstehend nachlesen könnt.

Der klassische Fragebogen der Pariser Salons war eine Herausforderung für Geist und Witz. Heute beantwortet Ernst S. meinen Fragebogen, der ein bisschen anders ist. Nicht so harmlos wie der Fragebogen der Salons und nicht so hintersinnig böse, wie diejenigen von Max Frisch. Et Voilà:

1)    Was hat Sie bewogen sich portraitieren zu lassen?
Fand ich sehr interessant.
2)    Wie haben Sie sich gefühlt, als sie portraitiert wurden?
Wichtig.
3)    Hat sich Ihre Einstellung zu sich selbst während oder nach den Portrait-Sitzungen verändert?
Nein.
4)    Wenn Sie sich von außen betrachten, wie finden Sie sich?
Interessant.
5)    Wenn Sie alles haben könnten, alles sein könnten, wie wäre das für Sie? Was würden Sie tun?
Langweilig, ich würde nichts tun.
6)    Was ist Ihre wichtigste Eigenschaft? Empfinden Sie diese als Vorteil oder Nachteil?
Zuhörenkönnen, ist Vorteil.
7)    Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Musikalisch sein.
8)    Was ist Ihr größtes und wichtigstes Lebensziel?
Habe keins.
9)    Ihr größter Wunsch?
Keine wesentlichen Änderungen.
10)    Wofür sind Sie dankbar?
Für mein Leben.
11)    Wenn Sie als Tier leben müssten, welches möchte Sie sein?
Flughund.
12)    Welche Zauberkraft hätten Sie gerne?
Berge versetzen.
13)    In welcher Zeit hätten Sie gerne gelebt?
Jetzt.
14)    Wo möchten Sie leben?
Im brasilianischen Bundesstaat Bayern.
15)    Wie und wo möchten Sie sterben?
Im Bett zu Hause einschlafen.
16)    Wäre es für Sie ein tröstliches Gefühl etwas zu hinterlassen? Wenn ja, was möchten Sie, das bleibt?
Ja, Erinnerung an einen Spinner.
17)    Wie fühlt sich Liebe an?
Feucht.
18)    Wäre das Leben für Sie lebenswert, wenn Sie ganz allein auf der Welt wären? Was würden Sie da tun?
Nicht so, ich würde warten.
19)    Was ist für Sie Religion? Was sind für Sie religiöse Gefühle?
Glaube an etwas Metaphysisches.
20)    Halten Sie sich für mächtig? Wenn Sie es tun, was könnten Sie besser machen?
Nein.
21)    Welcher war der peinlichste Augenblick in Ihrem Leben?
Die Geburt.
22)    Welcher Moment war am glücklichsten?
In Rio aus dem Flieger steigen.
23)    Hassen Sie jemanden? Gibt es jemandem, dem Sie am liebsten nie begegnet wären?
Nein.
24)    Mit wem, von den heute lebenden Menschen, würden Sie wirklich gerne einmal zusammentreffen?
Mit niemand, ich kenne nicht alle.
25)    Was erwarten Sie für die Zukunft? Für Ihre eigene? Für die Erde? Für die Menschen?
Das Aussterben der Menschheit.
26)    Was treibt Sie an?
Interessantes zu erleben.
27)    Ihr Motto?
Sich beim Trinken zurückzuhalten.

Biographie

Geboren 1954 in Pasing.
Bis zum 30. Lebensjahr in Feldafing, Abitur 1973, Studium der Forstwissenschaften in München.
Vom 30. bis. 50 Lebensjahr in Leoni, Übernahme der elterlichen Bootswerft.
Seit dem 50. Lebensjahr wieder in Feldafing.





Schluss mit Sommerpause …

28 07 2008

Es geht endlich weiter. Inzwischen sind Kopf 3 und Kopf 4 fertig gegossen, ziseliert, patiniert und gesockelt.

Heute zeige ich ein paar Bilder aus der Gießerei und erkläre die Vorgänge dort. Die Bilder der fertigen Köpfe (beide in Bronze gegossen) zeige ich demnächst, denn ich komme erst am Donnerstag ins Fotostudio.

Dann gibt es auch ein paar Informationen zu den dargestellten Personen, so wie ganz zu Anfang des Projekts angekündigt.

Aus Gründen der Dokumentation sei hier erwähnt, dass zwei weitere interessante Persönlichkeiten schon in Arbeit sind (Kopf 5 und Kopf 6). Auch davon mehr in den nächsten Wochen.

Alle Bilder sind erst letzte Woche entstanden. Die Gießerei ist die Gießerei Gugg in Straubing. Eine sehr alte Firma, mit über 400 Jahren Firmengeschichte, begonnen als Glockengießerei. Hier an dieser Stelle nochmals mein herzlicher Dank für die sachkundige, sehr hilfsbereite und freundliche Unterstützung.

Die ersten Bilder dieser langen Bilderstrecke zeigen die Silikonformen in der Gießerei (nicht die meiner Köpfe; hiervon habe ich derzeit kein Foto gemacht). Das sind die Negativformen der Originale,  in denen ein Wachpositiv angefertigt werden kann. Dies macht man, indem man die Silikonform mit flüssigem Wachs sorgfältig in mehreren Schichten auspinselt (Wachsschmelzherd, Bild2).

Dann wird die (mindestens) zweigeteilte Form zusammengesetzt und noch ein paar Mal mit flüssigem Wachs ausgeschwenkt bis die gewünschte Materialstärke (2-4 Millimeter) entstanden ist. Das verwendete Wachs ist in zwei Farben (schwarz, mit Ruß gefärbt und eben naturfarben, gelblich) damit man zu dünne oder unbedeckte Schichten beim Verarbeiten besser erkennen kann.

Nach dem Erkalten, wird die Form vorsichtig in einem Wasserbecken geöffnet und das dünnwandige Wachspositiv entnommen.

Es werden der Eingießtrichter, die Gusskanäle und Steigkanäle angeklebt, die später die flüssige Bronze in die Form leiten, das Entweichen der Luft garantieren und das Nachsaugen von  Bronze beim Erkaltungsschrumpfen speisen.

Folgende Arbeitschritte sind hier in den Bildern übersprungen, seien aber der Vollständigkeit halber erklärt:

Das vorbereitete Wachsmodell – es ist ja hohl, wie ein “Schokolade-Nikolaus” – wird innen mit einem Formkern (ein Gips-Schamotte Material) gefüllt. Dieser Formkern wird mit Bronzestiften oder Eisennägeln zusätzlich fixiert, die durch das Wachspositiv in den Kern gesetzt werden.  Dann wird alles in einen Kasten montiert, der mit einem flüssigen Formmaterial (meist Gips-Schamotte, teurer ist Keramik) ausgegossen wird.

Wenn alles ausgehärtet ist, kommt die Form in einen Ofen, der, gaaanz langsam,  die Temperatur auf etwa 400-600 Grad Celsius hochfährt. Dadurch schmilzt und verdampft das eingeschlossene Wachs und es bleibt ein Hohlraum zurück. In diesen wird dann später die flüssige Bronze gegossen werden.

Kompliziert? Ja. Ziemlich ausgefuchstes Verfahren. Aber, die Menschheit kennt es schon lange. Seit etwa 4000 vor Christus. Es gibt z.B. wunderbare Bronzeköpfe aus Afrika, die mehr als 2500 Jahre alt sind! Es heißt Wachsausschmelzverfahren oder Verfahren der verlorenen Form, da das Modell durch das Ausschmelzen untergeht.

So, die nächste Reihe zeigt den mächtig feuernden und wummernden Schmelzofen. Ein Gebläse heizt dem Ölbrenner richtig ein. Davor liegen Bronzebarren und abgeschnittene Gusskanäle, die wieder eingeschmolzen werden.

Dahinter seht ihr die gerade nicht verwendeten Schmelztiegel. Das sind im Prinzip Töpfe, kleiner oder größer, je nach zu schmelzender Menge. Für unterschiedliche Materialien jeweils einer. Das Material der Tiegel hat einen sehr hohen Schmelzpunkt und ist meist Keramik (Schamotte, Tonerde, Zirkonoxid, Graphit). Der Gießer prüft von Zeit zu Zeit die Temperatur, um den optimalen Zeitpunkt für den Guss zu finden.

Dann wird der Deckel zur Seite geschwenkt und die Schlacke abgeschöpft. Oft wird das Schmelzgut – je nach Metall – noch mit Glas oder Kohle abgedeckt, um Sauerstoffzutritt zu verhindern und zu Reduzieren. Die Schlacke schwimmt dann oben auf und wird vorher natürlich entfernt.

Schließlich wird die erste Schöpfkelle mit flüssiger Bronze gefüllt und eingegossen. Das geschmolzene Metall ist so heiß, dass sich auch die Schöpfkelle aus Stahl wie ein mit Wasser gefüllter Pastikbeutel nach unten ausbeult. Die hier gezeigten Formen sind Sandguss Formen, die für einfachere Formen ohne Hinterschneidungen verwendet werden. Meine Köpfe waren zu diesem Zeitpunkt bereits gegossen, so dass ich hier diese Bilder zeige, um einen Eindruck zu vermitteln. Die Formen werden soweit gefüllt, bis aus den Luftkanälen flüssiges Metall wieder austritt.

Sind die Formen für das Wachsausschmelzverfahren gefüllt und erkaltet, sehen sie so aus, wie in der nächsten Bilderzeile zu sehen ist. Man kann gut sehen, dass die Hitze die Form mit vielen Rissen fast zersprengt hat.

Dann werden die Bronzen “ausgebettet”, d.h. die Form wird zerschlagen. Das Ergebnis ist der Rohguss, der noch voller Schamotte und mit allen Angusskanälen keineswegs attraktiv aussieht. Die Teile werden mit dem Hochdruckreiniger gesäubert und auch der Formkern wird ausgespült. Falls nicht alles herauskommt, werden zusätzliche Löcher gebohrt, die später wieder verschweißt werden. Die Angüsse werden mit der Flex entfernt.

Danach sehen die Rohgüsse einiges besser aus, so wie meine Köpfe hier zu sehen sind. Es beginnt der nächste Arbeitsschritt, das Ziselieren.

Dabei werden, möglichst vorsichtig, die Schweißnähte und Angüsse mit kleinen Fräsen versäubert. Um die schöne Gusshaut nicht zu zerstören, habe ich meine Arbeiten nicht Sandstrahlen lassen, wie es sonst üblicherweise gemacht wird.

Weitere Werkzeuge sind Druckluft betriebene Hammerstäbe und kleine metallene “Stempeleisen”, das sind stumpfe Meißel mit strukturierter Oberfläche, die so genannten Punzen. Damit passe ich nun die bearbeiteten Stellen an die umliegende Gussoberfläche des Originals an. Haarstruktur oder ähnliches muss nachgefräst oder nachgeschlagen werden. Das Schleifgerät schleift in einer Bewegung, die keine Spur hinterlässt. Ganz wichtig noch, ein Schraubstock. Damit keine Kratzer und Dellen am Werkstück entstehen, sind die Zwingen mit dicken Bleiwinkelplatten abgedeckt. Blei ist weich und hinterlässt keine Spuren.

Durch die poröse Innenseite der Form sind viele kleine Kügelchen entstanden die vorsichtig mit einem scharfen Meißel entfernt werden müssen (siehe Detail). Auch sind beim Einbetten des Wachmodells in die Form, trotz aller Vorkehrungen, immer noch Luftbläschen entstanden. Beispielsweise in den Ohren, Nasenlöchern oder Augenwinkeln (siehe Detail). Auch diese müssen vorsichtig weg gefräst werden und anschließend mit den Punzen an die übrige Oberfläche angepasst werden.

Schließlich wird der Kopf auf einen Metallstab geschweißt, der genau die Körperhöhe des portraitierten Menschen wiedergibt.

Ganz zum Schluss wird die Patina aufgebracht, durch die eine gleichmäßige Oberfläche entsteht und wodurch die überarbeiteten Stellen, die ja in hellem Bronze-Goldton herausstechen zum Verschwinden gebracht werden. Alles will man aber nicht abdecken, so dass die Oberfläche schön lebendig bleibt. Eine Kunst für sich, manchmal auch ein Geduldsspiel.

Zum Patinieren wird die Bronze mit einem Butangasbrenner erhitzt und anschließend mit der Patina behandelt. Ich verwende hier Schwefelleber, da dies die originale Gusshaut am besten trifft. Man kann aber auch grünliche, bräunliche oder schwarze Färbungen erreichen. Jede Gießerei hat ihr “Geheimrezept”, meist seit Generationen überliefert. Oftmals sind auch ziemlich scharfe Säuren mit drin.

Die Schwefelleber macht erst einen weißlichen Eindruck (hier zu sehen an einem “Hundekopf”) der aber verschwindet, wenn die Stelle gebürstet wird. Anschließend werden zu dunkle Stellen wieder aufgehellt oder nochmals getönt, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Als letzter Schritt (hier ohne Bild) wird alles noch mit Bohnerwachs etwas zum Glänzen gebracht  … und  … “isch habe färtig”  ;-)





Kräfte sammeln …

26 05 2008

Im Moment bleibt mir hier nicht viel mehr zu tun, als von kleinen Fortschritten zu berichten. Drei Köpfe werden im Finishing gerade soweit fertig gemacht, daß ich dann – in einem Aufwand – in die Gußwerkstatt gehen kann.

Dort stehen der Bau der Silikonform, das Wachsmodell, das Anbringen der Zuläufe und Steigkanäle, das Anfertigen der Gußform und das Gießen im Vordergrund. Anschließend folgt noch die Überarbeitung des Rohgusses, das Ziselieren, und das Patinieren.

     

Hier seht Ihr eine Detailaufnahme von Kopf 4. Der Kopf ist inzwischen gut durchgetrocknet und ich habe mit Bleistift alle Stellen markiert, die noch einer kleinen Korrektur bedürfen. Diese letzte Korrektursitzung mit dem Modell ermöglicht es mir, abschließend noch einmal alle individuellen Feinheiten zu erfassen und zu berücksichtigen. Bis auf eine Stelle unterhalb des rechten Auges sind alle markierten Stellen zu erhaben. Dort muss also noch etwas Material mit Schlingen oder Schabern abgetragen werden.

Unterhalb des Auges, fehlt noch etwas, dort muss etwas angetragen werden. Die Nase ist auch noch einen Tick zu gerade – kein Mensch ist wirklich symmetrisch – und bekommt noch ihren charakteristischen kleinen Drall nach rechts, der an diesem Gesicht zu beobachten ist.

Soviel für heute, demnächst aus der Gießerei…





Mühsam nährt sich das Eichhörnchen …

6 05 2008

Unvorhergesehene Schwierigkeiten machten mir bei Kopf 3 das Leben schwer.

            

Nachdem auch nach der 5. Sitzung der wirkliche Moment der Belebung auf sich warten ließ, hatte ich noch einmal alle Maße einzeln kontrolliert und dabei fest stellen müssen, dass sich, wahrscheinlich durch die vorherige Versetzung der Ohren, ein Maßfehler eingeschlichen hatte. Der Schädel war etwa 7 mm zu schmal.

Also: Ohren wieder abschneiden, entsprechendes Material unterfüttern und wieder ansetzen. Dann an Schläfen, Wangen und Kiefern ebenfalls den notwendigen Materialantrag nachholen. Durch die ganze Versetzerei wurden die Ohren zu groß, da sich der noch feuchte Ton ausgeweitet hatte. Überstände also zurück schneiden und alles neu modellieren.

Auch die Stirn machte mir Schwierigkeiten. Zuerst zu weit vorn aber in der Wölbung richtig. Dann wieder nach hinten, jetzt wieder Wölbung nachbessern. So gingen Sitzung 6,7,8 und 9 vorbei. Es dauerte lange, bis zur 8. Sitzung, bis ich die Stirn wirklich verstanden hatte. Die Bilder stammen aus der 10. Sitzung, als ich immer noch mal an der Stirn nachtragen musste.

Nun ja. Jetzt stimmt alles weitgehend und ich arbeite noch die Feinheiten an den Augenlidern aus und mache das Finish. Es gibt jetzt noch eine letzte Kontrollsitzung mit dem Modell und dann ist dieser Kopf soweit, dass ich mit dem Gießen beginnen kann.